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BilaKi – Effekte eines bilateralen Trainings auf das individualtaktische Angriffsverhalten im Kinderhandball
Prof. Dr. Stefan König/ElkeWeyermann
Dieses Projekt wurde mit Forschungsmitteln des Bundesinstituts für Sportwissenschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
Beobachtungen der Ligen im Deutschen Handballbund und seiner Landesverbände zeigen, dass einseitige Wurfaktivitäten dominieren. Studien aus anderen Sportarten belegen jedoch, dass sich ein systematisches und spezifisches Training der nicht bevorzugten Seite (z. B. des nicht dominanten Fußes) positiv auf das taktische Verhalten, die Technikqualität sowie die Spielleistung insgesamt auswirken kann. Hier setzt die geplante Trainingsstudie an, welche in Kooperation mit dem Deutschen Handballbund die Effekte eines Trainings mit der nicht dominanten Hand gegenüber eines Trainings mit der dominanten Hand auf das individualtaktische Angriffsverhalten bei 9- bis 12-jährigen Handballspieler*innen untersucht. Mittels einer cluster-randomisierten Interventionsstudie mit Längsschnittcharakter werden zu fünf Messzeitpunkten quantitative Daten zur individualtaktischen Leistungsfähigkeit erhoben. Der experimentelle Zuschnitt wird durch ein Crossover-Studiendesign gewährleistet und mit einer Kontrollgruppe abgesichert. Als Datenerhebungsinstrument dienen Spieltestsituationen, die Datenauswertung erfolgt anhand von konzeptorientierten Expertenratings. Das Forschungsprojekt beabsichtigt, zur Weiterentwicklung des Technik-Taktik-Trainings beizutragen, insbesondere durch eine Analyse der Potenziale bilateralen Trainings für eine Verbesserung der spezifischen handballtaktischen Kompetenzen „Spielfeld überbrücken" und „Räume erkennen und nutzen". Damit rückt das individual-taktische Verhalten im unteren Altersbereich des Nachwuchsleistungssports in den Fokus, indem Impulse für die Trainingsgestaltung und Trainingspraxis, ebenso wie für die Aus- und Weiterbildung von Trainern und Lehrpersonen generiert werden sollen.
Projektlaufzeit: 01.01.2020–30.06.2022

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„Fit & Clever – durch Bewegung“
Prof. Dr. Stefan König/Elke Weyermann/Nicole Lang
Schulsportkonzepte bilden eine unverzichtbare Grundstruktur, die an jeder Schule entwickelt werden muss, damit der Schulsport als „erkennbares Gebäude“ errichtet und im Schulalltag immer wieder neu hergestellt werden kann. Schulsportkonzepte gelten als Ge-samtorientierungen didaktisch-methodischen Handelns und damit als Grundlage jedweder schulsportlichen Maßnahme an einer Einzelschule.
Die Begleitforschung der Pädagogischen Hochschule Weingarten sieht vor, den Projektab-lauf „Fit & Clever – durch Bewegung“ an der Grundschule Neuwiesen in Ravensburg wissenschaftlich zu begleiten. Hierfür sind fünf Messzeitpunkte geplant, an denen Daten zur motorischen Leistungsfähigkeit und zur Konzentration erhoben werden. Zusätzlich sollen durch Leitfadeninterviews und Tagebucheinträge Wirkungen auf das Schulklima und die kognitiven Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern analysiert werden. Projektbeginn mit einer Kick-Off-Veranstaltung am 30.09.2019.
Weitere Informationen auf der Homepage der Bürgerstiftung Kreis Ravensburg https://www.buergerstiftung-kreis-rv.de/blog-article/980171b7-94eb-4625-b07c-e5e27c2e3384

 

 

High Intensity Interval Training – Effekte und Durchführbarkeit von Ausdauertraining in verschiedenen Settings
Alexandra Heckel/Prof. Dr. Stefan König
High Intensity Interval Training (HIIT) im Bereich Ausdauer ist in den letzten Jahren auch außerhalb des Leistungssports immer mehr zum Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen geworden. Hohe Effekte bei relativer Zeitersparnis wurden bislang vornehmlich im Rahmen kontrollierter Laboruntersuchungen im Hinblick auf die physiologischen Auswirkungen nachgewiesen. Hier setzt das durchgeführte Projekt an, welches im Mixed Methods Design die Effekte von HIIT auf die Ausdauerleistungsfähigkeit in verschiedenen Settings, wie z. B. Polizeidienst, Schul- oder Freizeitsport, unter den jeweils herrschenden Feldbedingungen untersucht. Zudem wird die Akzeptanz der anstrengenden Trainingsmethode bei den jeweiligen Personengruppen, deren Durchführbarkeit im Alltag sowie der Zusammenhang zwischen den Effekten und der Leistungsmotivation der Teilnehmer in den Fokus gerückt.
Poster-Großansicht
Bis 30.09.2020

Gesundheitsförderung im Lehrberuf
Prof. Dr. Stefan König/Jasmin Oravec
Gesunde Schulen brauchen gesunde Lehrer. Dass Lehrkräfte in Deutschland im Vergleich zu anderen Berufstätigen besondere Belastungen und Beanspruchungen aufweisen und einen mental überdurchschnittlich anstrengenden Beruf ausüben, ist eine umfassend erforschte Tatsache. Besonders psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz finden sich in hohem Maße. Dabei ist die Gesundheit von Lehrpersonen eine bedeutsame Voraussetzung für die Gesundheit von Schülerinnen und Schüler sowie auch für die Qualität des Unterrichts. Forschungsergebnisse aus den letzten Jahren belegen mittlerweile die Zusammenhänge zwischen spezifischen Belastungen und Beanspruchungen sowie Ressourcen des Lehrberufs und dem Gesundheitszustand der Lehrpersonen. Oftmals werden darauf aufbauend Empfehlungen zu gesundheitsförderlichen Maßnahmen ausgesprochen. Um Lehrkräfte für dieses Thema zu sensibilisieren und einen Beitrag zur Gesundheitsförderung zu leisten, wurde im Rahmen dieses Dissertationsprojekts ein Online-Fragebogen entwickelt. Dieser erfasst u. a. das Belastungserleben und die beruflichen Anforderungen, um darauf aufbauend Präventionsprogramme zu entwickeln. Schulen sollen dazu ermutigt werden, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen und Angebote zur Unterstützung zu suchen, um die Gesundheit der Lehrkräfte am Arbeitsplatz zu fördern und zu stärken.
2016 bis 2021

Förderung der allgemeinen Schreibkompetenz nach Lernenden-Profilen
Prof. Dr. Stefan König/Jun. Prof. Dr. Sarah Lukas und Nicole Lang
Berufsschüler/innen weisen größtenteils Mängel im Lesen und Schreiben auf, die eine berufliche und gesellschaftliche Integration erschweren. Neben Lernenden deutschsprachiger Herkunft gibt es an den Berufsfachschulen der deutschsprachigen Länder einen relativ hohen Anteil an Schüler/innen mit (linguistischem) Migrationshintergrund. Bis heute existiert keine systematische Erhebung der (schrift-)sprachlichen Schreibkompetenzen von Lernenden in der beruflichen Bildung, die eine differenzierte Förderdiagnostik ermöglicht; eine solche würde erlauben, bedürfnisorientierte Konzepte der Sprach-/Schreibförderung zu entwickeln, die den heterogenen linguistischen Ressourcen der Lernenden entsprechen. Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen Lernendentexte aus Berufsfachschulen der D-A-CH-Bodensee-Region zu einem Korpus zusammengestellt werden, die mit korpuslinguistischen Methoden auf Merkmale ihrer sprachlichen und textlichen Gestaltung hin analysiert werden; zugleich wird deren kommunikative Wirkung holistisch von geschulten Ratern beurteilt. Dies ermöglicht zu prüfen, inwieweit die linguistischen Merkmale der Lernendentexte mit der Textwirkung zusammenhängen. Texte mit ähnlichen Merkmalen werden zu Clustern bzw. Profilen der Lernenden zusammengefasst. Mittels Fragebogen werden der sozioökonomische Index (SEI), der Migrationshintergrund, Familiensprache, Ausbildungsberuf u. a. erhoben, um zu prüfen, ob den Clustern bzw. Kompetenzprofilen der Lernenden bestimmte sozioökonomische, sprachbiographische u .a. Variablen oder latente Faktoren entsprechen. Das Projekt ermöglicht erstmals gesicherte Aussagen über die sprachlichen und textbezogenen Schreibkompetenzen von Berufsfachschüler/innen, gemessen an der quantitativen und qualitativen Analyse der Merkmale von Lernendentexten. Die Resultate des Forschungsprojekts erlauben eine gezielte, (binnen-)differenzierte Förderung der Sprach-/Schreibkompetenz der Lernenden, die sich an deren konkreten Förderbedürfnissen orientiert. Das Projekt trägt so zur Weiterentwicklung der Berufsbildungsforschung und der Berufsbildung in der trinationalen Bodenseeregion bei. Es gibt neue Impulse für eine Curriculum-Entwicklung, ebenso für die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen. Eine solchermaßen gezielte Förderung der Sprach-/Schreibkompetenz ermöglicht den Betroffenen die Teilhabe an grundständiger Bildung, ebenso an Programmen des lebenslangen Lernens und erhöht damit die Chancengerechtigkeit durch berufliche bzw. gesellschaftliche Inklusion.
Bis 30.09.2020