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Bilaterales Training im Jugendhandball
Prof. Dr. Stefan König/Elke Weyermann (Fach Sportwissenschaft/Axel Kromer (DHB)/Dr. Jan Pabst (HVW)

Projekt, welches die Effekte eines bilateralen Trainings auf die Leistungssteigerung und Verbesserung von Bewegungsdysbalancen bei jugendlichen LeistungshandballerInnen untersucht.

Betrachtet man die Ligen im Deutschen Handballbund (DHB) und seiner Landesverbände, wird man auch bei genauerem Hinsehen wenige SpielerInnen entdecken, die kompetent beidhändig agieren. Studien aus anderen Sportarten zeigten jedoch, dass sich ein systematisches und spezifisches Training der nicht bevorzugten Seite (z. B. des nicht dominanten Fußes) positiv auf das taktische Verhalten, die Technikqualität sowie die Leistungssteigerung auswirken kann. Hier setzt die Trainingsstudie an, welche, in Kooperation mit dem Deutschen Handballbund (DHB) und dem Handballverband Württemberg (HVW), die Effekte eines Trainings mit der nicht dominanten Hand gegenüber eines Trainings mit der dominanten Hand bei jugendlichen KaderspielerInnen des HVWs untersucht. Die im Handball meist einseitige Wurfaktivität legt zudem die Vermutung nahe, dass muskuläre Dysbalancen entstehen, welche das Verletzungsrisiko erhöhen und Bewegungseinschränkungen hervorrufen. Dies soll anhand einer sportmotorischen Testbatterie in Zusammenarbeit mit dem Sporttherapieteam Bad Waldsee erforscht werden. Ziel der Studie ist es, sowohl neue Erkenntnisse zur Technikverbesserung, als auch zur Verletzungsprophylaxe im Handball zu generieren.
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High Intensity Interval Training – Effekte und Durchführbarkeit von Ausdauertraining in verschiedenen Settings
Alexandra Heckel/Prof. Dr. Stefan König
High Intensity Interval Training (HIIT) im Bereich Ausdauer ist in den letzten Jahren auch außerhalb des Leistungssports immer mehr zum Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen geworden. Hohe Effekte bei relativer Zeitersparnis wurden bislang vornehmlich im Rahmen kontrollierter Laboruntersuchungen im Hinblick auf die physiologischen Auswirkungen nachgewiesen. Hier setzt das durchgeführte Projekt an, welches im Mixed Methods Design die Effekte von HIIT auf die Ausdauerleistungsfähigkeit in verschiedenen Settings, wie z. B. Polizeidienst, Schul- oder Freizeitsport, unter den jeweils herrschenden Feldbedingungen untersucht. Zudem wird die Akzeptanz der anstrengenden Trainingsmethode bei den jeweiligen Personengruppen, deren Durchführbarkeit im Alltag sowie der Zusammenhang zwischen den Effekten und der Leistungsmotivation der Teilnehmer in den Fokus gerückt.
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Bis 30.09.2020

Gesundheitsförderung im Lehrberuf
Jasmin Oravec/Prof. Dr. Stefan König
Psychische Erkrankungen am Arbeitsplatz finden sich in hohem Maße bei Lehrpersonen. Eine große Anzahl der Lehrkräfte beendet aufgrund eines Burnout-Syndroms ihr aktives Erwerbsleben vorzeitig. Dabei ist die Gesundheit von Lehrpersonen eine bedeutsame Voraussetzung für die Gesundheit von Schülerinnen und Schüler sowie auch für die Qualität des Unterrichts. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, steht im Zentrum dieses Dissertationsprojektes die Gesundheitsförderung von Lehrpersonen. Das Projekt zielt auf eine frühzeitige Sensibilisierung von Lehrkräften für das Thema Gesundheit ab. Diese sollen bereits in der Ausbildung/im Referendariat an Interventionen zum Thema Gesundheit teilnehmen, um anschließend im Lehrberuf davon profitieren zu können. Der Innovationscharakter des Forschungsprojekts liegt darin, dass kaum Interventionsstudien vorhanden sind, die gesundheitsförderliche und präventive Maßnahmen zur Bewältigung beruflicher Anforderungen bereits in der Ausbildung behandeln. Im Rahmen einer Vorstudie wird zunächst eine Online-Befragung zum Belastungserleben und zu beruflichen Anforderungen von jungen Lehrkräften in Baden-Württemberg durchgeführt, um darauf aufbauend ein möglichst passgenaues Präventionsprogramm im Referendariat zu entwickeln.
Bis 30.09.2020

Förderung der allgemeinen Schreibkompetenz nach Lernenden-Profilen
Prof. Dr. Stefan König/Jun.Prof.in Dr. Sarah Lukas und Nicole Lang
Berufsschüler/innen weisen größtenteils Mängel im Lesen und Schreiben auf, die eine berufliche und gesellschaftliche Integration erschweren. Neben Lernenden deutschsprachiger Herkunft gibt es an den Berufsfachschulen der deutschsprachigen Länder einen relativ hohen Anteil an Schüler/innen mit (linguistischem) Migrationshintergrund. Bis heute existiert keine systematische Erhebung der (schrift-)sprachlichen Schreibkompetenzen von Lernenden in der beruflichen Bildung, die eine differenzierte Förderdiagnostik ermöglicht; eine solche würde erlauben, bedürfnisorientierte Konzepte der Sprach-/Schreibförderung zu entwickeln, die den heterogenen linguistischen Ressourcen der Lernenden entsprechen. Im Rahmen des Forschungsprojekts sollen Lernendentexte aus Berufsfachschulen der D-A-CH-Bodensee-Region zu einem Korpus zusammengestellt werden, die mit korpuslinguistischen Methoden auf Merkmale ihrer sprachlichen und textlichen Gestaltung hin analysiert werden; zugleich wird deren kommunikative Wirkung holistisch von geschulten Ratern beurteilt. Dies ermöglicht zu prüfen, inwieweit die linguistischen Merkmale der Lernendentexte mit der Textwirkung zusammenhängen. Texte mit ähnlichen Merkmalen werden zu Clustern bzw. Profilen der Lernenden zusammengefasst. Mittels Fragebogen werden der sozioökonomische Index (SEI), der Migrationshintergrund, Familiensprache, Ausbildungsberuf u.a. erhoben, um zu prüfen, ob den Clustern bzw. Kompetenzprofilen der Lernenden bestimmte sozioökonomische, sprachbiographische u .a. Variablen oder latente Faktoren entsprechen. Das Projekt ermöglicht erstmals gesicherte Aussagen über die sprachlichen und textbezogenen Schreibkompetenzen von Berufsfachschüler/innen, gemessen an der quantitativen und qualitativen Analyse der Merkmale von Lernendentexten. Die Resultate des Forschungsprojekts erlauben eine gezielte, (binnen-)differenzierte Förderung der Sprach-/Schreibkompetenz der Lernenden, die sich an deren konkreten Förderbedürfnissen orientiert. Das Projekt trägt so zur Weiterentwicklung der Berufsbildungsforschung und der Berufsbildung in der trinationalen Bodenseeregion bei. Es gibt neue Impulse für eine Curriculum-Entwicklung, ebenso für die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen. Eine solchermaßen gezielte Förderung der Sprach-/Schreibkompetenz ermöglicht den Betroffenen die Teilhabe an grundständiger Bildung, ebenso an Programmen des lebenslangen Lernens und erhöht damit die Chancengerechtigkeit durch berufliche bzw. gesellschaftliche Inklusion.
Bis 30.09.2020