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Bilaterales Training im Jugendhandball
Prof. Dr. Stefan König/Elke Weyermann (Fach Sportwissenschaft/Axel Kromer (DHB)/Dr. Jan Pabst (HVW)

Projekt, welches die Effekte eines bilateralen Trainings auf die Leistungssteigerung und Verbesserung von Bewegungsdysbalancen bei jugendlichen LeistungshandballerInnen untersucht.

Betrachtet man die Ligen im Deutschen Handballbund (DHB) und seiner Landesverbände, wird man auch bei genauerem Hinsehen wenige SpielerInnen entdecken, die kompetent beidhändig agieren. Studien aus anderen Sportarten zeigten jedoch, dass sich ein systematisches und spezifisches Training der nicht bevorzugten Seite (z. B. des nicht dominanten Fußes) positiv auf das taktische Verhalten, die Technikqualität sowie die Leistungssteigerung auswirken kann. Hier setzt die Trainingsstudie an, welche, in Kooperation mit dem Deutschen Handballbund (DHB) und dem Handballverband Württemberg (HVW), die Effekte eines Trainings mit der nicht dominanten Hand gegenüber eines Trainings mit der dominanten Hand bei jugendlichen KaderspielerInnen des HVWs untersucht. Die im Handball meist einseitige Wurfaktivität legt zudem die Vermutung nahe, dass muskuläre Dysbalancen entstehen, welche das Verletzungsrisiko erhöhen und Bewegungseinschränkungen hervorrufen. Dies soll anhand einer sportmotorischen Testbatterie in Zusammenarbeit mit dem Sporttherapieteam Bad Waldsee erforscht werden. Ziel der Studie ist es, sowohl neue Erkenntnisse zur Technikverbesserung, als auch zur Verletzungsprophylaxe im Handball zu generieren.
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Ausbildungsfähigkeit von Schulabgängern in Bezug auf körperliche Fähigkeiten und Fertigkeiten
Prof. Dr. Stefan König/Manuel Lutz

Die Wirtschaft klagt in zunehmendem Maße darüber, dass viele Schulabsolventen heutzutage nicht mehr ausbildungsfähig sind (DIHK, 2010). Damit ist nicht immer, aber häufig auch die körperliche Entwicklung gemeint, also die Tatsache, ob Jugendliche den körperlichen Anforderungen des Ausbildungsberufs gewachsen sind. In der ersten Phase des Projekts wird eine strategische Partnerschaft zwischen der PH Weingarten, der IHK Bodensee-Oberschwaben (und ihren Mitgliedsbetrieben) sowie internationalen Partnern vorbereitet. Ziel wird es zunächst sein, internationale Kooperationspartner für das geplante Projekt zu gewinnen. Methodisch wird zunächst versucht, über qualitative Verfahren einen Überblick über die Thematik aus Sicht von Ausbildungsbetrieben und Auszubildenden zu gewinnen. In einem zweiten Schritt ist eine Interventionsstudie geplant, die zur Überprüfung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der Auszubildenden dient. In einem dritten Schritt wird ein Curriculum erarbeitet, das in die Gesundheitsprävention von Betrieben und in die Lehrerausbildung einfließen kann. Das Fach Sport der PH Weingarten wird dabei als Projektkoordinator fungieren. Quelle: DIHK – Deutscher Industrie- und Handelskammertag e. V. (2010). Ausbildung 2010. Ergebnisse einer IHK-Unternehmensbefragung. Berlin

Sound-Karate. Mehrebenenanalyse in der Schulsportforschung – eine Längsschnittstudie am Beispiel Sound-Karate
Matthias Lindel/Prof. Dr. Stefan König

Mit dem Forschungsprojekt Sound-Karate werden zwei grundlegende Ziele verfolgt: Auf der inhaltlichen Ebene geht es um die Frage, welche Auswirkungen ein Sound-Karate-Training im Schulsport auf die Fitness (Koordination, Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer) von Schülerinnen und Schülern hat. Mithilfe eines quasi-experimentellen Designs soll der Nachweis erbracht werden, dass Sound-Karate ein probates Mittel darstellt, um die Fitness von Schülerinnen und Schülern zu verbessern. Forschungsmethodisch soll der Mehrwert von Mehrebenenmodellen unter besonderer Berücksichtigung von nichtlinearen Modellierungsansätzen gegenüber klassischen regressionsanalytischen Ansätzen in der Schulsportforschung erkundet und exemplarisch dargestellt werden. Im ersten Schulhalbjahr 2016/17 nahmen rund 700 Schülerinnen und Schüler an der durchgeführten Datenerhebung im Rahmen der Hauptstudie teil. Hierbei wurden insgesamt 9 sportmotorische Tests mit Schülerinnen und Schülern der Grundschule, der Werkrealschule, der Realschule und des Gymnasiums durchgeführt. Zurzeit läuft die Datenaufbereitung und -auswertung in Bezug auf die verschiedenen Modellierungsansätze.

Effekte von Textproduktion auf das Bewegungslernen
Manuel Lutz/Prof. Dr. Stefan König

Bewegungen im Rahmen des Deutschunterrichts auf die Ausführung der beschriebenen Bewegungen im Sportunterricht. Grundlegend ist dabei die Annahme, dass der Schreibprozess als eine Art mentales Training wirkt, das die Realisation der Bewegung unterstützt. Theoretisch fundiert wird diese Annahme durch das Konzept der antizipativen Verhaltenssteuerung. Konkret wird untersucht, ob Schülergruppen sportliche Bewegungen besser ausführen, wenn das sportliche Lernen mit einem Schreibprozess im Deutschunterricht verknüpft wird. Praxisbezug besteht insofern, als dass schulisches Lernen und Techniklernen direkt im Fokus der Arbeit stehen. Die Ergebnisse der Pilotstudie mit einer Stichprobe von n=15 Schülern zeigen eine signifikante Verbesserung der Experimentalgruppe. Das methodische Vorgehen verknüpft qualitative und quantitative Verfahren: Videographie mit Expertenrating zur Beurteilung der Bewegungsqualität, ergänzend dazu biomechanische Messungen; Befragung von beteiligten Lehrern und Schülern mittels Interview bzw. Fragebogen zur Akzeptanz des methodischen Vorgehens im Unterricht; Beurteilung der Qualität der verfassten Schülertexte zur Überprüfung möglicher Zusammenhänge zwischen Lernerfolg und Textqualität.